• Sabine Fischer

In 7 Schritten zu innerer Freiheit - Teil 7: Dem Tod begegnen

Die Gefühle vollständig zu erleben, ist ein zentrales Element in der Methode des spirituellen Lehrers Christian Meyer. In sieben Schritten beschreibt er einen Weg zu kraftvoller Authentizität und leuchtender Lebendigkeit, der schließlich zum Aufwachen führen kann. Im letzten Schritt geht es darum, dem Tod und den existenziellen Ängsten zu begegnen.

Wir tun alles, um der Tatsache des Todes auszuweichen

Ich denke - also bin ich?


Der Mensch weiß vom Tod und dass er sicher eintritt. Aber er schiebt die Tatsache beiseite, vor allem die Angst davor und die innere Leere, die daran erinnert. Wenn nichts geschieht, niemand etwas tut und nichts zu sagen ist - dann kommt Unruhe und Nervosität. Dieses Ausweichen vor der inneren Leere und Stille, die im Grunde genommen ein Ausweichen vor der Todesangst ist, führt zum ewigen Beschäftigtsein des modernen Menschen. Die Konsum- und Unterhaltungsindustrie profitiert von diesem enormen Ablenkungsbedürfnis. Das rastlose Getriebensein, die Hektik und Geschäftigkeit ist auch der wichtigste Grund, warum - auch nach jahrelanger Meditationspraxis - die Gedanken kein Ende finden. Dahinter steckt die Angst (besser gesagt die Wahnidee) "Ich muss denken, sonst höre ich auf, zu existieren"!


Durch den Tod zum Leben finden


Sich dem Tod zu stellen bedeutet nicht, darüber nachzudenken. Also weder zu sagen: „Ich habe keine Angst vor dem Tod, denn danach ist ohnehin nichts mehr“, noch zu sagen: „Ich wünsch mir den Tod, dann ist endlich alles vorbei.“ Nein, es bedeutet, dass du dich den Gefühlen und der Erfahrung des Nichts stellst.

Im tibetischen Totenbuch steht: „Wenn wir den Tod verstehen, dann verstehen wir zu leben.“ Es gibt Berichte von Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten, eine schwere Krankheit haben oder anders in Todesgefahr schwebten - und die gerade durch die Konfrontation mit ihrer Endlichkeit, mit der Vergänglichkeit und der Fragilität unseres Seins zu einer neuen Wertschätzung des Lebens gefunden haben. Und dieses kostbare Leben jetzt bedachter, präsenter und dankbarer auskosten.


Lebe nicht für die Zukunft

Der Tod meiner Oma war ein Weckruf für mich

Solange man den Tod verdrängt, lebt man in dem Gefühl, unendlich viel Zeit zu haben. Man verschiebt auf später, auf die Pension... Mit dem Gewahrsein des Todes schaut man anders auf das Leben und man weiß deutlicher, wofür man weiterleben will, was man mit der geschenkten Zeit machen will.

Wenn du willst, kannst du als Übung deine eigene Grabrede schreiben:

Stell dir vor, du bist gerade gestorben. Nun stell dir vor, du bist ein/e sehr gute/r Freund/in des Verstorbenen und schreibst eine Grabrede für sie oder ihn (also für dich). Es soll keine übliche Grabrede sein, in der man nur Gutes schreibt. Schreibe eine realistische Rede über das, was über die als den oder die Verstorbene/m wirklich zu sagen ist. Einen Tag später kannst du dir die Grabrede vorlesen lassen, oder sprich sie auf einen Tonträger und höre sie dir an. Lege dich hin und lass die Rede auf dich wirken. Lass Zeit für alle Gefühle.


Das schwarze Loch


Um zu wahrer innerer Freiheit zu finden, ist es nötig, die Kontrolle aufzugeben, dich ganz hinzugeben. Das ist nur möglich, wenn alle Gefühle GANZ da sein dürfen. Die Angst vor dem Tod kann erfahren und durchlebt werden. Du erfährst das Nichts, wenn du so sehr loslässt, dass du in der inneren Bodenlosigkeit versinkst. Dieser innere Abgrund ist nicht das Ende, denn man kann hindurch. Dafür ist es aber notwendig, sich den Gefühlen zu öffnen und sie geschehen zu lassen. Dann beginnt man zu sinken - diese Reise kann Schritt für Schritt weiter und tiefer gehen.

Weiter ausgeführt wird das Thema im Buch von Christian Meyer "Ein Kurs in wahrem Loslassen" (Arkana Verlag).

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