• Sabine Fischer

In 7 Schritten zu innerer Freiheit - Teil 2: Alles fühlen können

Der Psychotherapeut und spirituelle Lehrer Christian Meyer zeigt einen gangbaren Weg des Loslassens bis hin zum spirituellen Erwachen. Mir haben seine "7 Schritte" in den letzten Jahren sehr weitergeholfen und ich möchte euch diesen Weg zu einem authentischen, glücklichen und lebensbejahendem Sein in einigen Blog-Artikeln vorstellen.

Schritt 2 - Die Bereitwilligkeit, alles zu fühlen und zu erfahren

Auf dem Weg des Fühlens © Kornelia Aigner

In der Vergangenheit gab es im großen und ganzen zwei Wege des menschlichen Wachstums: der östliche spirituelle und der westliche therapeutische Weg. Während letzterer mit den Gefühlen auf die Weise arbeitet, dass Gefühle verstanden, erklärt und ausgedrückt werden, bestand der östliche Weg im wesentlichen darin, nur noch der Beobachter zu sein und sich dadurch von den Gefühlen zu dissoziieren. Beide Wege führen nur ein Stück weit und werden dann zur Sackgasse. Meine eigene Zen-Praxis machte mich zwar mit der Stille vertraut und brachte mir den ständigen inneren Gedankenstrom zu Bewusstsein. Meinen Gefühlen kam ich dadurch aber nicht näher.



Durch das Tor des Fühlens zu innerer Freiheit


Es gibt einen dritten Weg: Alle Gefühle und inneren Erfahrungen die auftauchen, bereitwillig annehmen und erfahren – und nichts tun, still bleiben, weder unterdrücken noch ausagieren. Ganz in das Gefühl sinken, zu dem Gefühl werden, so dass es verbrennen kann. Wenn auf diese Weise das Ich zurücktritt, nichts wollend, nicht eingreifend, dann geschieht intensive innere Transformation.

Still sein mit dem, was sich zeigt



Ganz wesentlich ist es, zu verstehen, dass es nicht alleine um das Fühlen geht. Es ist das Sich-Öffnen, das Stillsein mit den Gefühlen. Diese Haltung des Nicht-Tuns bedeutet nicht, stiller zu werden! Das Nicht-Tun gegenüber dem Gefühl bedeutet, die Energie des Gefühls im eigenen Inneren toben zu lassen, sich aufwühlen zu lassen. Dem Gefühl den Raum und die Zeit lassen, die es braucht, um es ganz zu durchleiden oder sich freudig durchströmen zu lassen. Denn dann löst sich das Gefühl von selber auf, es "verbrennt" und hinterlässt uns und unseren Körper gelöster.


Wenn du ruhig werden willst, geh woanders hin

Alle Gefühle sind gleich wichtig!

Ich erinnere mich der eindrücklichen Worte von Christian Meyer: "Wenn jemand sagt, er sucht Frieden und Ruhe, dann ist er bei mir nicht richtig, dann muss er woanders hingehen!". Der Prozess des Aufwachens führt zu immer größerer Lebendigkeit und das bedeutet, dass Gefühle, die uns bisher unangenehm waren, die wir nur als Unruhestifter empfanden, gleich wichtig und gleichberechtigt sind. Es geht darum, nichts mehr wegzuschieben. Das Verdrängen der Gefühle ist vielleicht die wichtigste Ursache für Unglück. Wir stehen uns damit selbst im Wege und das Unterdrücken kostet enorm viel Energie. Besonders deutlich wird das bei einer Depression, die quälend und erschöpfend ist gerade weil Trauer, Wut oder andere Gefühle weggeschoben werden.


Sprich mit deinen Gefühlen


Ein erster Schritt, dich deinen Gefühlen wieder zuzuwenden könnte diese Übung sein: Stell dir vor, deine Gefühle sitzen etwa zwei Meter vor dir auf einem Stuhl. Beginne ein Gespräch mit ihnen, sag ihnen alles, was dich bewegt. Danach wechsle auf den "Gefühls-Stuhl" und antworte dir aus der Sicht der Gefühle. So könnt ihr wieder Kontakt miteinander aufnehmen. Vielleicht tritt ein bestimmtes Gefühl besonders hervor, z.B. die Wut oder die Angst - dann kannst du natürlich auch direkt zu diesem Gefühl sprechen.


Viele weitere Übungen findest du im Buch von Christian Meyer "Ein Kurs in wahrem Loslassen" (Arkana Verlag).

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