• Sabine Fischer

Gott und die Quantenphysik

Glaubst du, dass sich Spiritualität und Wissenschaft nicht vereinen lassen? Oder dass es dumm sei, an Gott zu glauben? Urteile nicht zu schnell. Alles kommt darauf an, was man unter "Gott" und "Spiritualität" eigentlich versteht.

Spiritualität recht verstanden


"Recht verstanden ist Spiritualität Lebendigkeit, und Lebendigkeit ist spirituell. Schon das Wort sagt es: "Spiritus" ist Lebensatem, Lebendigkeit. Spiritualität ist Lebendigkeit auf allen Gebieten, immer höhere Lebendigkeit". Diese Worte von Bruder David Steindl-Rast gefallen mir. Wenn ich das Wort Spiritualität nie gehört hätte, dann würde ich den roten Faden meines Lebensweges ähnlich erklären: das starke Gefühl, dass es eine tiefere Wirklichkeit gibt und die Sehnsucht nach einem freien, authentischen Leben verbunden mit der universellen Form von Bewusstheit, mit der Quelle, mit dem einen Ursprung.


Glückliche Sklaven


Spiritualität ist kein verschrobenes Hobby von verwirrten Menschen, die sich nicht auf den "Ernst des Lebens" einlassen. Es ist vielmehr das natürliche Streben, Künstliches abzuwerfen, in Freiheit und Liebe zu leben und nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Herz und Seele zu leben. Dass viele Menschen nichts davon hören wollen, unterstreicht, wie sehr wir zu unbewussten Sklaven eines unmenschlichen Systems geworden sind, die ihre Gefangenschaft auch noch mit ganzer Kraft verteidigen.


Spiritualität und Wissenschaft - kein Entweder-Oder!


Als promovierte Biologin bin ich mit der Welt der Wissenschaft vertraut. Mir ging es so wie Werner Heisenberg, dem der Ausspruch „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott“ zugeschrieben wird. Der Wissensdurst wurde geringer, weil er mich nicht zufriedenstellte und die Erfahrung, in meinem eigenen Inneren (jenseits des Verstandes!) das zu finden, wonach ich wirklich verlangte, wurde größer. Seit zwanzig Jahren oder mehr bestätigen Wissenschafter, v.a. (Quanten-)Physiker, dass die spirituellen Traditionen der Welt recht haben, wenn sie sagen, dass unsere Essenz, die der Welt und des ganzen Universums, formloses, schöpferisches Bewusstsein ist. Es ist eigentlich erschütternd, wie langsam der Lernprozess der Menschheit ist!


"Wer anderen etwas vorgedacht, wird jahrelang erst ausgelacht.

Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich".

(Wilhelm Busch)


Codename Gott


Zugegeben, ich habe mir nicht die Mühe gemacht, eine Literaturrecherche der neuesten quantenphysikalischen Studien zu machen (obwohl mich das interessieren würde). Ich bin also nicht auf dem letzten Stand. Mir fiel kürzlich das Buch "Codename Gott" des Physikers Mani Bhaumik in die Hände, das schon 2005 im englischen Original veröffentlicht wurde. Der Dalai Lama sagt: "Wir sollten immer eine spirituelle Sicht der Dinge anstreben, die in Übereinstimmung ist mit den Tatsachen der Wissenschaften". Bei der Lektüre des Buches stellte ich verblüfft fest, wie weit die Quantenphysik bereits spirituelle Lehren untermauert und wie wenig davon bisher (15 Jahre später!) ins "normale Alltagsbewusstsein" durchgedrungen ist.


Zurück zur Kohärenz


Mani Bhaumik schreibt, dass die Quantenphysik den Schluss unterstützt, dass das Universum sich seiner selbst bewusst sein könnte. Und dass diese inhärente Quantenpotentialität des Bewusstseins überall im Kosmos etwas zu tun haben dürfte mit dem Ursprung der Schöpfung. Er propagiert die Praxis der Meditation als Weg, sich wieder mit der Quelle von allem zu vereinigen. Sie bringt den Geist in "perfekte Kohärenz" mit der Ruhe hinter dem Chaos. Bhaumik beendet sein Buch mit dem Satz "...und es wird sie jetzt nicht überraschen, dass ich diese Quelle mit dem Namen Gott bezeichne".


"Sie werden weinen, allerdings nicht vor Schmerz oder vor Stress, sondern sie werden weinen, weil sie heimgekehrt sind".

(Mani Bhaumik, Physiker)

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