• Sabine Fischer

Gefühle sind Wegbegleiter

Leben nach dem Lustprinzip macht nicht glücklich. Nur wenn auch die unbeliebten Gefühle wie Angst, Wut und Schmerz wahrgenommen und gefühlt werden, sind wir ganz lebendig, wissen, was wir wirklich wollen, und führen ein Leben, das gelingt.

 
Gefühle können unangenehm sein - aber sie weisen uns den Weg
Gefühle können unangenehm sein - aber sie weisen uns den Weg

Das Salz in der Suppe

Gefühle sind der Reichtum des Lebens“ sagt der spirituelle Lehrer und Psychotherapeut Christian Meyer. Damit meint er nicht nur die sogenannten „guten“ Gefühle, sondern auch die unbeliebten wie Angst, Wut, Verzweiflung, Scham usw. Was haben die wohl mit Reichtum zu tun? Wenn es möglich wäre, würden wir sie gerne ganz aus unserem Leben verbannen. Das scheint eine ganz natürliche Reaktion auf Unangenehmes zu sein. Aber es ist ein Missverständnis. Wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir, dass wir nur wahrhaftig leben und uns selbst treu sein können, wenn wir ALLE Emotionen fühlen und ihre Botschaften beherzigen.


Ein Indianer kennt keinen Schmerz?

Ihr kennt sicher Menschen, die es sich verbieten, wütend zu sein – sie können sich schwer abgrenzen und werden leicht von anderen übergangen oder vereinnahmt. Oder Menschen, die keine Angst kennen – die starke Fassade trennt sie von ihrer sanften Seite und macht auf Dauer hart und einsam. Und wie ist es mit der Verzweiflung? Wenn es die nicht gäbe, dann würden wir in unzumutbaren Lebenssituationen verharren und keine Motivation für größere Veränderungen aufbringen. Alle Gefühlsregungen haben ihren Sinn und ihre Funktion, sie bereichern uns! Erst durch sie fühlen wir uns wirklich lebendig, verbunden, berührbar, bewegt. Im Wort Emotion steckt ja der Ausdruck Motion, der lateinisch „Bewegung“ bedeutet. Gefühle weisen uns den Weg, sie sind Wegbegleiter.


Ohne unsere Gefühle sind wir orientierungslos
Ohne unsere Gefühle sind wir orientierungslos

Gefühle sind zum Fühlen da

Es ist ein schwerwiegender Irrtum, dass wir unser Glück finden, wenn wir endlich alle unangenehmen Gefühle hinter uns gelassen haben! In Frieden ist ein Mensch, wenn er nicht mehr in gute und schlechte Gefühle unterscheidet und den quälenden Widerstand aufgibt. Wenn alle Gefühle da sein dürfen und gefühlt werden (ohne dabei die Impulse, die aus den Gefühlen entstehen, auszuagieren), dann werden sie nach einer Weile ausklingen und lösend auf Körper, Geist und Seele wirken. Tun sie das nicht, dann ist es nötig, die zugrunde liegenden Gedanken und Grundüberzeugungen durchzuarbeiten, zu verstehen und zu verändern.


 

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